Wie behandeln wir?

Manchmal können vertraute Verhaltensmuster chronische Schmerzen unbewusst aufrechterhalten oder verstärken. In diesem Fall müssen negative Verhaltenselemente „gelöscht“ und geeigneteres Verhalten „neu“ gelernt werden. Lernen ist leider nicht nur eine Sache des Verständnisses, sondern benötigt in der Regel eine Vielzahl von Wiederholungen, bis das Neue verinnerlicht und „automatisch“, d.h. ohne viel Denken, angewendet werden kann. Neben Verstehen, Entdecken und Erspüren ist deshalb vor allem das Üben ein zentraler Faktor innerhalb der speziellen Schmerzpsychotherapie. Im Sinne eines Selbstmanagement-Ansatzes werden Patienten befähigt und unterstützt, ihre Schmerzen möglichst selbständig bewältigen zu können. Hier geht es nicht um Konkurrenz zur erforderlichen medizinischen oder physiotherapeutischen Behandlungen, sondern um eine hilfreiche Ergänzung. Nachfolgend sind einige häufig eingesetzte Therapieelemente mit erwünschten Veränderungszielen aufgelistet:

  • Schmerztagebuch: Aufspüren schmerzverstärkender äußerer Stressoren (z.B. Beruf) oder innerer Prozesse (z.B. Grübelgedanken, Ängste)
  • Ressourcenarbeit: Eigene Bedürfnisse wahrnehmen und umsetzen, gut für sich sorgen lernen
  • Schmerzbewältigungstraining (Imagination, Selbsthypnose): Ablenkung vom Schmerz, Veränderung des Netwerkes des Schmerzes im Gehirn
  • Entspannungstraining: Lockerung schmerzhafter verspannter Muskeln über progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Regulation von Stressreaktionen
  • Biofeedbacktraining: Erlernen von Entspannung durch Rückmeldung ansonsten schwer wahrnehmbarer körperlicher Stress- und Verspannungsreaktionen über optische oder visuelle Signale
  • Genusstraining: Genießen lernen, (Wieder)entdecken von Genusserfahrungen
  • Stressimmunisierung: Verbesserung der Bewältigung und des Umgangs mit Stress
  • Problemlösetechniken: Vermittlung von Techniken zur Lösung von Problemen
  • Kognitive Techniken: Umgang mit negativen Gedanken und Bewertungsmustern
  • Verhaltensmodifikation: Aufbau eines schmerzangepassten Verhaltensrepertoires
  • Akzeptanz-Training: Verbesserung der Akzeptanz einer derzeit nicht veränderbaren Schmerzsituation

Wir behandeln innerhalb eines multimodalen Therapieprogramms in verhaltenstherapeutisch ausgerichteten Einzelterminen und Gruppen nach qualitätsgesicherten Kriterien.

  • Einzeltherapien (1-2 Termine/ Wo.): Spezielle Schmerzpsychotherapie - Verhaltenstherapie, Hypnotherapie, Biofeedbacktraining
  • Gruppentherapien: Edukative Informations- und Gesprächsgruppe,
    Entspannungstraining, Schmerzbewältigungstraining, Genusstraining

In einem komplexen Behandlungsprogramm fordern und fördern wir Sie und wünschen, dass Sie sich während Ihres stationären Aufenthaltes bei uns wohl fühlen.