Spezielle Schmerzpsychotherapie

Chronischer Schmerz verändert Menschen in ihren körperlichen, psychischen und sozialen Mustern. Für die Aufrechterhaltung und Chronifizierung von Schmerzen gilt es als erwiesen, dass neben körperlichen Faktoren vor allem psychische Prozesse und Lernvorgänge eine entscheidende Rolle spielen. Psychische Störungen können sowohl Folge von Schmerzen, aber auch Ursache für Schmerzen sein. Schmerzbedingter Rückzug, Isolation, Passivität, aber auch Angst, Zermürbung oder Ärger begünstigen in der Regel eine Verschlimmerung von Schmerzen und des psychischen Befindens. So beginnt oft ein Teufelskreis, der zu einer schleichenden Zerstörung der Lebensqualität führt.

Psychische Vorgänge beeinflussen sehr stark körperliche Funktionen. Wissenschaftlich sehr gut untersucht sind negative Auswirkungen von Angst oder Depression auf die körpereigene Schmerzhemmung. Dies erklärt, weswegen bei oder nach Lebenskrisen und Stressbelastungen fast regelmäßig Schmerzen stärker werden. Anhaltende psychische Belastungen verändern aber auch das muskuläre Gleichgewicht im Körper und können damit muskelbedingte Schmerzen auslösen, verstärken oder unterhalten.

Viele Studien belegen, dass chronische Schmerzen über eine rein medizinische (sogenannte unimodale) Schmerztherapie langfristig nicht zufriedenstellend behandelt werden können. Die Behandlungserfolge verbessern sich jedoch deutlich, wenn in Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen und Professionen auch psychologische Verfahren mit einbezogen werden(wissenschaftlich bezeichnet man das als multimodale Therapie). Spezielle Schmerzpsychotherapie kann helfen, das durch Schmerzen meist veränderte innere Gleichgewicht wieder zu gewinnen.

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