Ulnarisrinnensyndrom / Sulcus ulnaris Syndrom (SUS)

Hierbei handelt es sich um eine Druckschädigung des Ellennervs (N. ulnaris) in der Ellenrinne am Ellenbogen. Ursache kann eine Vernarbung nach Verletzung oder der so genannte Golferellenbogen (Epikondylitis ulnaris) sein. Häufig lässt sich aber die Ursache nicht ermitteln. Erste Symptome sind Kribbeln und Gefühlsstörung im Kleinfinger sowie z.T. im Ringfinger. Länger andauernde Schädigungen des Ellennervs können zu Kraftverlust in der Hand, bis hin zur Lähmung einzelner Handmuskeln mit typischer Krallenfehlstellung der Finger, führen.

  • KonservativeTherapie

Nicht immer muss sofort operiert werden. Die Entscheidung hierüber trifft der Facharzt für Neurologie nach einer eingehenden Untersuchung. Ein Behandlungsversuch mit Schonung und Hochlagerung des Armes sowie milder Kühlung der Ellenbogeninnenseite kann Erfolg bringen. Ggf. ist eine kurzzeitige Gipsruhigstellung sinnvoll.
Wenn die konservative Therapie keine rasche Besserung bringt, ist eine Operation empfehlenswert und sollte nicht hinausgezögert werden, da hierbei der Schaden am Nerven zunehmen kann.

  • Operative Therapie

Endoskopische Methode

Die neue und innovative Methode stellt in unserer Klinik die Methode der 1.Wahl dar.
Über eine ca. 3cm langen Hautschnitt wird der Ellennerv aufgesucht und dann unter endoskopischer Unterstützung von allem einengendem Bindegewebe befreit. Durch die Verwendung der endoskopischen Optik kann der Nerv sehr gezielt unter Sicht und ohne Schaden für die umgebenden Strukturen auf einer Strecke von ca. Oberarmmitte bis zur Mitte des Unterarms behandelt werden. Die Blutversorgung des Nerven wird bei diesem Eingriff nicht beeinträchtigt.
Nach der Operation wird ein elastischer Verband angelegt, der für ca. 10-14 Tage getragen werden sollte. Die Rekonvaleszenszeit ist nach diesem Eingriff meistens deutlich kürzer als bei der offenen Methode.

Offene Methode

Bei der offenen Operationsmethode erfolgt ein ca. 8-12 cm langer Hautschnitt an der Ellenbogeninnenseite. Der Nerv wird dann langstreckig gelöst und von einengendem Bindgewebe befreit. Der Eingriff dauert 20-40 Minuten.
In der Regel kann der Nerv vor Ort belassen werden. Bei bestimmten Indikationen ist eine Nervenvorverlagerung erforderlich.

Meist wird eine Wunddrainage eingelegt, die nach 1-2 Tagen entfernt werden kann. Außerdem wird bei Nervenvorverlagerung eine Oberarmgipsschiene für 14 Tage angelegt, sonst reicht ein elastischer Verband. Die Fäden werden nach 10-14 Tagen entfernt. Mit einer Belastungsfähigkeit ist nach etwa 3 - 4 Wochen zu rechnen.

 

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