Sehnenscheidenentzündung

Die Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) äußert sich in starken, stechenden oder ziehenden Schmerzen. Sehnenscheidenentzündungen treten vor allem im Bereich des Handgelenks auf, aber z.B. auch im Sprunggelenks-Bereich. Prinzipiell sind sie überall dort möglich, wo Sehnenscheiden existieren.

Ursachen

Nichtinfektiöse Ursachen

Sehnenscheidenentzündungen treten nach ungewohnter sportlicher Be- oder Überlastung auf. Sie können aber auch durch längerfristige Belastungen der Handgelenke verursacht werden. Beispiele für solche Ursachen sind Fehlhaltungen oder eine unergonomische Ausstattung an Computer-Arbeitsplätzen ("Mausarm") und ähnlich monoton belastende Tätigkeiten sowie fortgesetzte Überbeanspruchung des Handgelenks.


Infektiöse Ursachen

Infektionen treten vor allem bei Stichverletzungen auf, die zu einer Eröffnung der Sehnenscheide und Besiedlung mit Bakterien führen. Die Behandlung orientiert sich an der aller Weichteilinfekte. Prinzipien der Behandlung sind die Ruhigstellung, die chirurgische Entlastung und die Gabe eines Antibiotikums.
Darüber hinaus kann die Schleimhaut, die sowohl Sehnenscheiden als auch Gelenkhöhlen auskleidet, in sehr seltenen Fällen auch von bestimmten Bakterien direkt befallen werden.


Im Folgenden wird nur die wesentlich häufigere nichtinfektiöse Sehnenscheidenentzündung beschrieben.  

Symptome

Für die akute Entzündung ist ein Druckschmerz entlang des Sehnen- und Muskelverlaufs typisch. Oft bestehen auch eine Überwärmung und Rötung als Entzündungszeichen.
Die chronischen Formen machen sich zum Teil nur durch knotige Verdickungen der betroffenen Sehne bemerkbar, teilweise mit schmerzhaftem, tastbarem "Knirschen" und Reiben der Sehne. Dadurch kann es zum Phänomen der so genannten schnellenden Finger (Tendovaginitis stenosans) kommen.
Bei der Untersuchung zeigt sich ein typischer Druckschmerz über der betroffenen Sehnenscheide bzw. Sehne. Auch besteht ein Schmerz bei passiver Überstreckung der Sehne und bei aktiver Anspannung des Muskels gegen Widerstand.
Abgegrenzt werden müssen u.a. Schmerzen im Gelenk, Schmerzen am Sehnenansatz im Knochen (z.B. Tennisellenbogen) und Nervenkompressionssyndrome.

Therapie

Im akuten Stadium helfen Kühlung, Schonung und Hochlagern. Bei starken Schmerzen kann auch eine kurzzeitige Ruhigstellung der betroffenen Hand (Schiene oder Gipsverband) sinnvoll sein. Entzündungshemmende Medikamente lindern zusätzlich die Schmerzen.
Bei chronischen Beschwerden können auch lokale Betäubungsmittel eingespritzt werden, ggf. zusammen mit einem Cortison-Präparat. Häufig muss aber zu einer operativen Spaltung der Sehnenscheide geraten werden.