Stent-Implantation

Bei der Stent-Implantation handelt es sich um das Einsetzen einer Gefäßstütze in ein verengtes Gefäßsegment. Meistens wurde zuvor eine Ballonaufweitung durchgeführt. Um das Ergebnis der Ballonaufweitung zu optimieren oder einen Gefäßeinriss erfolgreich behandeln zu können, ist eine Stent-Implantation in 80 bis 90 % der Fälle erforderlich. Hierzu stehen eine Fülle verschiedener Modelle zur Verfügung. Die meisten Stents basieren auf einem Drahtgeflecht aus medizinischem Edelstahl, 360 L, welches sich bereits vormontiert auf einem zusammengefalteten Ballon befindet. Aufgrund der zahlreichen verschiedenen Modelle kann bei dem Eingriff der passende Stent nach Länge, Durchmesser, Maschendrahtdicke, Maschendrahtaufbau und Design sowie Maschendrahtbeschichtungen mit oder ohne Medikamente ausgewählt werden.

Beschichteter Stent oder unbeschichteter Stent?

Auf die Metallmaschen eines Stents können verschiedene organische und nicht-organische Substanzen aufgebracht werden. Diese dienen dazu, den Behandlungserfolg der Gefäßaufweitung möglichst unbegrenzt aufrechtzuerhalten und eine Wiederverengung sowie einen gerinnselbedingten Verschluss in dem behandelten Gefäßabschnitt langfristig zu verhindern. Im Fokus des Interesses stehen insbesondere medikamentöse Beschichtungen. Hierbei handelt es sich überwiegend um Medikamente, die aus der Tumorforschung bekannt sind. Durch die Medikamenteneinwirkung auf das Gefäß sollen erneute Folgeeingriffe und damit erforderliche Krankenhausaufenthalte vermindert und somit die Lebensqualität der Patienten verbessert werden. Da diese Implantate jedoch selbst auch Probleme verursachen können (z. B. gerinnselbedingter Stent-Verschluss), muss der Einsatz individuell für jeden Patienten bestimmt werden. Dies geschieht auf dem Boden wissenschaftlicher Analysen und Empfehlungen, insbesondere der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. In der Klinik für Kardiologie werden diese Kriterien konsequent angewendet und aktualisiert, da sich die wissenschaftliche Datenlage in einem ständigen Fluss befindet.
Aus der Sicht des Patienten besteht während der Implantation kein Unterschied zu einem nicht-beschichteten Stent. Die Nachbehandlung unterscheidet sich jedoch insofern, als eine verlängerte Gabe von Blutverdünnern (zur Vermeidung von Gerinnselbildungen!), im Vergleich zu den üblichen unbeschichteten Stents, erforderlich ist.
Die derzeit in Deutschland am häufigsten eingesetzten Stents sind solche mit einer Medikamentenbeschichtung aus Paclitaxel, Sirolimus, Zotarolimus oder Evarolimus, seltener auch Biolimus A9. Fragen hierzu werden vor jeder Prozedur mit dem Patienten besprochen. Manchmal kann die letzte Entscheidung jedoch erst während der Prozedur getroffen werden. Derzeit erhalten in der Klinik für Kardiologie ca. 33 % aller mit Stents behandelten Patienten einen beschichteten Stent. Die Nachsorge wird in einem speziellen Patientenmerkblatt erläutert.