Intrakoronare Druckdrahtmessung

In einigen Fällen kann die Röntgendarstellung der Herzkranzgefäße (Herzkatheteruntersuchung) nicht eindeutige Ergebnisse oder widersprüchliche Resultate im Vergleich zu anderen Untersuchungsmethoden ergeben. In diesen Fällen kann es notwendig sein, die Bedeutung einer radiologisch diagnostizierten Gefäßenge genauer zu untersuchen. Zu diesem Zweck wird eine sogenannte intrakoronare Druckdrahtmessung durchgeführt, bei der der Blutdruck innerhalb der Herzkranzgefäße im Vergleich zur Körperschlagader gemessen wird. Das Ergebnis ist eine Kennzahl mit der Abkürzung FFR (fraktionelle Flussreserve), die den Quotienten aus Blutdruckwert hinter der Gefäßenge im Vergleich zum Blutdruck in der Körperschlagader darstellt.
Bei dieser Technik wird ein sehr dünner Draht über den Herzkatheter in das Herzkranzgefäß vorgeschoben. Am vorderen Ende des Drahtes befindet sich ein mikroskopisch kleiner Sensor, der über einen sehr dünnen elektrischen Draht mit einem entsprechenden Aufzeichnungsgerät und Monitor verbunden ist. Während der Untersuchung wird ein spezielles Medikament über eine Leistenvene verabreicht, wodurch Herzgefäße weitgestellt werden und somit der größtmögliche Blutdruckunterschied dargestellt werden kann. Nach dieser Methode ist von einer behandlungsbedürftigen bzw. einer Mangeldurchblutung auslösenden Verengung auszugehen, wenn ein FFR-Wert von < 0,75 bis 0,80 nachgewiesen wird.
Aufgrund zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass die Methode helfen kann, sowohl unnötige Eingriffe zu vermeiden als auch notwendige Eingriffe gezielt in dem richtigen Gefäßsegment durchzuführen.