Tumorchirurgie

Die Tumorchirurgie in der HNO-Klinik umfasst das gesamte Spektrum der Tumorbehandlung mit Ausnahme der operativen Behandlung des Kleinhirnbrückenwinkeltumors (Akustikusneurinom).

Im Folgenden können Sie sich genauer über unsere speziellen Behandlungen in diesem Bereich informieren.

Neck-Dissection

Neck-Dissection

Bei bösartigen Tumoren des Kopf-Hals-Bereichs werden die entsprechenden Lymphknotenstationen durch Halsweichteilausräumung operativ entfernt.

Laryngektomie

Laryngektomie

Die komplette Entfernung des Kehlkopfes bei bösartigen Erkrankungen mit Trennung von Luft- und Speisewegen und Anlage eines endgültigen Tracheostomas. Der Krankenhausaufenthalt dauert ca. 12 Tage.

Laserchirurgische Eingriffe

Laserchirurgische Eingriffe

In der Tumorchirurgie können moderne Lasersysteme (CO2-Laser) eingesetzt werden, um hier präzise und blutstillende Schnitte vorzunehmen. Da die Schleimhaut im Mund und im Kopf-Hals-Bereich sehr gut durchblutet ist, bietet der Laser hier erhebliche Vorteile zum blutarmen Operieren, so dass viele Eingriffe heutzutage endoskopisch durchgeführt werden können.

Rekonstruktiver Gewebetransfer und Transplantation

Rekonstruktiver Gewebetransfer und Transplantation

In der Tumorchirurgie werden häufig die erkrankten Organareale (z.B. Zunge, Schlund, aber auch zum Teil Nase und Ohren) teilweise entfernt. Aus kosmetischen,aber auch funktionellen Gründen ist hier eine Rekonstruktion sinnvoll und erwünscht. Hier bieten sich körpereigene Materialien an, um die Funktionsfähigkeit im Kopf-Hals-Bereich wieder herzustellen (z.B. Teilentfernung der Zunge).

Regionale Schwenklappen wie z.B.

1. Stirnlappen

Bei Teilentfernung der Nase/Nasenspitze und bei anderen zu resezierenden Defekten im Gesichtsbereich kann die Rekonstruktion der Nasenspitze oder Nase z.B. mit Hilfe eines Stirn-Schwenk-Lappens vorgenommen werden. Hierbei erfolgt die Umschneidung eines Hautareals und das Umschlagen des Stirnlappens auf die Nasenspitze. Bis die Haut dort angeheilt ist, wird der Lappenstiel im Bereich der Stirnwurzel belassen. Erst nach 4 bis 6 Wochen durchtrennt und das Hautareal völlig eingepflanzt. Hierdurch sind Rekonstruktionen der Nasenspitze möglich.

2. Pectoralis major-Lappen

Bei großen Defekten im Schlundbereich, aber auch zur Rekonstruktion z.B. der Rachenseitenwand oder auch der unteren Zunge, ist hier eine Verwendung des großen Brustmuskels mit darüberliegender Haut möglich. Dieser wird im Rahmen der Operation mobilisiert, unter der Haut bis in die Mundhöhle hochgeschlagen und dort befestigt. Der große Brustmuskel und das entsprechende Hautareal auf dem Muskel sind sehr gut durchblutet und gewährleisten dadurch ein gutes Einwachsen des Transplantates/Lappens zur Rekonstruktion des Schlundes.

3. Mikrosvaskularisierte Fernlappen

3.1. Radialislappen

Bei Transplantaten, z.B. zur Rekonstruktion der Zunge, des Mundbodens oder des Gaumens, sind hier dünnere, feinere Hautmuskeltfaszientransplantate die Therapie der Wahl. Eine gute Spenderregion ist der Unterarm (die Hand wird von 2 Blutgefäßen ernährt, hier ist durchaus die Resektion eines Gefäßes möglich, wenn das andere gut durchgängig ist). So wird vom Unterarm ein Hautmuskel-Faszientransplantat mit daran hängenden Gefäßen (A. radialis) entnommen. Das Haut-Faszientransplantat wird in den Defekt (z.B. Gaumen oder Mundhöhle) eingenäht und das daran hängende Gefäßbündel an die Halsgefäße genäht (mikrovaskuläre Anastomose), so dass das eingepflanzte Hauttransplantat über die Unterarmgefäße, z.B. von der Schilddrüsenarterie, mit Blut versorgt wird. Diese Operationen sind aufwändig und dauern ca. 10 bis 12 Stunden.

3.2. Jejunuminterponat

Bei ausgedehnten Tumoren von Schlund und Speiseröhre/Kehlkopf kann eine komplette Rekonstruktion der Schluckstraße notwendig werden. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Viszeralchirurgie (Ltd. Arzt Dr. med. Mölle) wird ein Dünndarmabschhnitt entnommen. Zur Rekonstruktion der Speisepassage wird er im Hals eingenäht und die Darmgefäße mit den Halsgefäßen verbunden (mikrovaskuläre Anastomose).

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