Operatives Spektrum

Die Nase

Bei den Operationen der Nase handelt es sich in den meisten Fällen um Korrekturen angeborener oder erworbener (z.B. durch einen Faustschlag) Fehlstellungen der knöchernen und/oder knorpeligen Anteile der Nase. Dies dient hauptsächlich der Verbesserung der Nasenatmung, wird aber auch aus kosmetischen Gründen durchgeführt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung des akuten Nasenblutens.

Nasenbluten (Epistaxis)

Nasenbluten (Epistaxis)

Einer der häufigsten Notfälle in der HNO ist das akute Nasenbluten. Hier kann bei leichterem Nasenbluten im vorderen Bereich durch eine Verschweißung (bipolare Koagulation) bereits ein blutendes Gefäß verödet werden. Handelt es sich um Blutungen aus den hinteren Nasenabschnitten, kann eine Tamponade notwendig sein und ein stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig sein. Bei noch stärkeren und bedrohlichen Blutungen kann nach endoskopischer Abklärung und Fistelung des Gefäßes das Blutgefäß durch eine Nasennebenhöhlenoperation von außen oder auch eine Katheterintervention in Zusammenarbeit mit unserer Klinik für Radiologie (Dr. med. Filbry) eine gezielte Verklumpung (Embolisation) des Blutgefäßes durchgeführt werden.

Nasenbeinreposition

Nasenbeinreposition

Bei Brüchen der Nase führen wir eine Nasenbeinreposition durch. Der Eingriff dauert ca. 20 Minuten und kann gut in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Es erfolgt danach die Tamponade der Nase und Anlage eines Gipses, der für 14 Tage belassen werden muss. Die Detamponade erfolgt bereits am nächsten Tag.

Septumplastik

Septumplastik

Bei schiefer Nasenscheidewand kann es zu erheblichen Nasenatmungsbehinderungen kommen. Die Septumplastik ist eine Begradigung der Nasenscheidewand durch Entnahme und Reimplantation des verbogenen Knorpels mit gleichzeitiger Verkleinerung der Nasenmuscheln.

Conchotomie

Conchotomie

Bei der Conchotomie werden die unteren Nasenmuscheln (Schwellkörper der Nase) verkleinert, um eine Erleichterung der Nasenatmung zu gewährleisten.
Man unterscheidet

  • die Turbinoplastik, mit Resektion eines Schleimhautstreifens
  • die APC-Conchotomie (Argonplasmaconchotomie): hier wird ein Plasmagasgemisch zur thermischen Verödung und Verkleinerung der Muscheln eingesetzt
  • Radiofrequenzablation (von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt): hier wird eine Sonde in das Bindegewebe der Nasenmuscheln gesteckt und das innere Bindegewebe verkocht. Diese Methode ist schleimhautschonender als alle anderen, aufgrund der Einmalsonde aber für den Patienten kostenpflichtig.

Conchotomien werden gerne mit der Nasenseptumoperation kombiniert.

Septorhinoplastik

Septorhinoplastik

Bei Schiefstellung auch der äußeren Nase muss zur Verbesserung des Operationsergebnisses eine Begradigung des Knochens von außen durchgeführt werden. Hierbei handelt es sich um eine Septorhinoplastik. Kosmetische Septorhinoplastiken müssen selbst bezahlt werden.

Die Nasennebenhöhlen

Endonasale Nebenhöhlenoperation

Endonasale Nebenhöhlenoperation

Chronische Erkrankungen der Nasennebenhöhlen werden endoskopisch oder mikroskopisch kontrolliert operiert. Zur Diagnostik vor der Operation gehört die augenärztliche Vorstellung und die Durchführung einer Computertomographie. Die Operation selbst wird minimal-invasiv endoskopisch oder mikroskopisch über die Nase (endonasal) durchgeführt. Nur bei bestimmten, sehr ausgedehnten Fragestellungen (Tumore der Nebenhöhlen) erfolgt ein Zugang von außen (z.B. Mundvorhofschnitt). Der Krankenhausaufenthalt beträgt ca. eine Woche.

endonasale Operation
endonasale Operation

Orbitadekompression

Orbitadekompression

1. Bei akuten Mittelgesichtsverletzungen mit Einblutung in die Augenhöhle

Bei akuten Mittelgesichtsverletzungen (z.B. Mittelgesichtsfraktur) kann es zu einer Einblutung in die Augenhöhle mit Abquetschen des Gesichtsnerven in seinem engen Knochenkanal kommen. Deshalb kann als Notfallmaßnahme die sofortige Entlastung der Augenhöhle durch Wegnahme der mittleren Augenhöhlenwand (Operation von außen) als Notfall-Therapie der 1. Wahl nötig sein. Das Gleiche gilt für sich ausbreitende Infektionen der Augenhöhle bei fortgeleiteten Entzündungen der Nasennebenhöhlen.

2. Zur Entlastung bei endokriner Orbitopathie bei Morbus Basedow

Bei der Schilddrüsen-Autoimmunerkrankung Morbus Basedow kommt es zu einer Vermehrung von Fettgewebe in der Augenhöhle. Dieses komprimiert die Augenmuskeln, den Sehnerv und den Augapfel, so dass die Augen aus der Höhle treten (endokrine Orbitopathie). Hier gibt es als Therapieoptionen die hochdosierte Kortisontherapie sowie die Bestrahlungstherapie des retrobulbären Fettgewebes. Bei schwer zu beherrschenden Schwellungen und hervortretenden Augen kann eine Entlastung durch Wegnahme der knöchernen Begrenzungen der Augenhöhle (mittlere Augenhöhlenwand, Lamina Papyracea und Teilentnahme des Augenhöhlenbodens) eine Erweiterung der Höhe bewirken, so dass der Augenhöhleninhalt sich ausbreiten kann, und der Druck der Augenhöhle abnimmt. Daran schließen sich häufig augenärztliche Operationen zur Verkürzung der überdehnten Augenmuskeln an.

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