Diagnostik

Damit sich die Ärzte ein umfassendes Bild Ihrer jeweiligen Erkrankung und die beste Therapie für Sie bestimmen können, führen wir in unserer Klinik verschiedene diagnostische Maßnahmen durch.

Otoneurologische Diagnostik

So verschieden Hörstörungen sein können, so genau muss auch das Ausmaß bzw. die Ursache der Störung ermittelt werden. In unserer Klinik werden daher bei Bedarf die verschiedensten objektiven und subjektiven Verfahren zur Feststellung und Quantifizierung der Hörschädigung durchgeführt.

Subjektive Verfahren

Tonaudiometrie

Tonaudiometrie

Die Tonaudiometrie ist ein Hörtest, bei dem dem Patienten bestimmte Töne dargeboten werden, welche er ab einer gewissen Lautstärke wahrnehmen wird. In einem Diagramm wird dann eingetragen, ab welcher Lautstärke der Patient die bestimmten Tonhöhen erkennt (Tonaudiogramm). Je höher die Kurve im Diagramm, desto besser ist das Hörvermögen.

Sprachaudiogramm

Sprachaudiogramm

Für den Menschen wichtig ist nicht nur die Erkennung einzelner Töne, sondern vor allem das Erkennen und Verarbeiten von Sprache. Deshalb erfolgt zur genaueren Feststellung und zur Korrelation einer Hörstörung auch ein sogenanntes Sprachaudiogramm. Hierbei werden dem Patienten sowohl Zahlen als auch einsilbige Worte (z.B. Traum, Baum, Strauch) bei verschiedenen Lautstärken (65 dB, 80 dB und 95 dB) dargeboten, die der Patient wiederholen soll. Anhand der richtig wiedergegebenen Worte wird ermittelt, wieviel Prozent der Sprache korrekt verstanden werden (das Einsilberverständnis bei 65 dB beträgt bei einem Normalhörigen z.B. 100 %, d.h. 10 von 10 Wörtern).

Objektive Verfahren

Impedanzaudiometrie

Impedanzaudiometrie

Die Impedanzmessung ist eine Untersuchung der Mittelohrfunktion und umfasst die Tympanometrie und die Stapediusreflexmessung.

Bei der Tympanometrie werden die Beweglichkeit und Schwingungsfähigkeit des Trommelfells (Compliance) gemessen. Bei Paukenergüssen (Wasser hinter dem Trommelfell) ist z.B. der Kurvenverlauf flach, weil das Trommelfell sich nicht bewegen kann. Bei einem normal gut belüfteten Mittelohr zeigt sich eine gipfelige Kurve.

Stapediusreflexmessung: Ab einer gewissen Lautstärke kommt es reflektorisch zu einer Kontraktion des Steigbügelmuskels (Musculus stapedius). Hierdurch verspannt sich die gesammte Gehörknöchelchenkette, und die Beweglichkeit des Trommelfells verändert sich. Dieser Widerstand am Trommelfell wird gemessen. Stapediusreflexe sind einerseits eine objektive Hörprüfung und andererseits dienen sie zur Topodiagnostik, z.B. bei der Facialisparese.

BERA (brainstem electrical response audiometry)

BERA (brainstem electrical response audiometry)

Die BERA (Hirnstammaudiometrie) ist ein objektives Hörmessverfahren, bei dem dem Ohr periodische Klickreize angeboten werden. Diese Klickreize lösen ein Nervenpotential in der Hörbahn (Hörnerv und Hirnstamm) aus. Der Computer ermittelt diese Nervenleitungskurven (da sie sich periodisch wiederholen) heraus und stellt diese als 5-gipfelige Kurve dar. So kann objektiv eine Hörschwelle ermittelt werden (ist der Patient taub oder hört er noch etwas, und ab wieviel dB hört er noch etwas). Diese Untersuchung ist z.B. bei Gutachtenfragen, aber auch zur Hörschwellenbestimmung bei Kindern (Neugerborenenhörscreening) oder geistig behinderten Patienten sinnvoll.
Des Weiteren werden die Leistungszeiten der elektrischen Kurven gemessen, um hier festzustellen, ob die Leitungszeit des Nervenreizes bis zum Gehirn verlängert ist. Dieses ist z.B. bei zentralen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose oder bei Tumoren des Kleinhirnbrückenwinkels (z. B. Akustikusneurinom) der Fall. Die BERA kann deshalb auch gut zur Untersuchung des Hörnerven (retrocochleäre Schwerhörigkeit) eingesetzt werden.

Elektrocochleographie

Elektrocochleographie

Die Elektrocochleographie (kurz ECochG) misst elektrische Potentiale, die als Antwort auf akustische Reize (Klickreize) in der Cochlea erzeugt werden. Sie hilft bei der Differenzierung von cochleären (das Innenohr betreffende) und retrocochleären (hinter der Schnecke liegende Strukturen, z.B. Hörnerv) Hörstörungen.
Bei der ECochG wird eine Nadelelektrode durch das Trommelfell gestochen und nahe der Schnecke auf das Promontorium aufgesetzt. Dies findet im OP unter Lokalanästhesie statt.

Vestibularisprüfung (Videonystagmographie)

Vestibularisprüfung (Videonystagmographie)

Bei Schwindelerkrankungen ist häufig das Gleichgewichtsorgan betroffen, entweder ausgefallen oder mindererregbar. Dieses äußert sich durch Verschaltung mit den Augenmuskeln, z.B. durch spontane Augenbewegungen (Nystagmen). Diese werden mittels Videokamera aufgezeichnet und in einem Computerdiagramm dargestellt. Das Gleichgewichtsorgan wird durch warme und kalte Wasserspülung im Gehörgang thermisch gereizt, und es erfolgt als Reaktion auf die Warmreizung z.B. ein Nystagmus (spontane Augenbewegung) zum gereizten Ohr, bei Kaltspülung zum anderen Ohr. So können Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans objektiviert werden.

Gleichgewichtsprüfung
Gleichgewichtsprüfung

Bildgebende Diagnostik

Neben der HNO-spezifischen Diagnostik helfen die bildgebenden Verfahren, die Ursache oder das Ausmaß einer Krankheit genau zu erfassen, bzw. eine Krankheit ausschließen zu können.

Sonographie

Sonographie

Die Sonographie ist eine Ultraschalluntersuchung, die Aufschluss über Veränderungen von Gewebe (z.B. Tumore) gibt. Sie wird in der Diagnostik, aber auch zur Vor- und Nachsorge von tumorösen Erkrankungen im Kopf- und Halsbereich eingesetzt.

Computertomographie

Computertomographie

Die Computertomographie ist ein dreidimensionales Röntgenverfahren, das in der HNO-Klinik zur genauen Diagnostik vielfach Verwendung findet.
Diese Untersuchung findet in der Klinik für Radiologie im St. Johannes-Hospital statt. Für genauere Information siehe Klinik für Radiologie.

Magnetresonanztomographie

Magnetresonanztomographie

Die Magnetresonanztomographie (MRT) stellt Schnittbilder des menschlichen Körpers her, die Aufschluss über Struktur und Funktion, bzw. krankhafte Veränderungen von Gewebe und Organen geben. Dieses Verfahren wird in der Klinik für Radiologie im St. Johannes-Hospital durchgeführt.
Für genauere Information siehe Klinik für Radiologie.

Rhinologische Diagnostik

Ursachen, Ausmaß und Erscheinung der Erkrankungen von Nase und Nasennebenhöhlen werden mit Hilfe der rhinologischen Diagnostik ermittelt.

Rhinomanometrie

Rhinomanometrie

Die Rhinomanometrie ist ein Verfahren zur Messung der Nasenströmung. Sie gibt Aufschluss über eventuelle Einschränkungen der Nasenatmung (z.B. durch vergrößerte Polypen oder Allergien). Hierfür wird dem Patienten ein Nasenloch mit einer Messsonde verschlossen und eine Atemmaske aufgesetzt. Gemessen wird der Druckwiderstand beim Ein- und Ausatmen, was Aufschluss über die Durchgängigkeit der beiden Nasengänge gibt.

Bei der Rhinomanometrie
Bei der Rhinomanometrie

Geruchstest

Geruchstest

Riechstörungen (Dysosmie) können recht häufig auftreten. Ursachen hierfür sind z.B. chronische Entzündungen der Nasenschleimhäute oder grippale Infekte.
Beim Geruchstest werden dem Patienten verschiedene Gerüche mit Hilfe von Sniffin' Sticks dargeboten. Die Sniffin' Sticks sind mit Filzstiften vergleichbar, nur dass sie anstatt Tinte Duftstoffe enthalten. Dem Patienten wird die Stiftspitze unter die Nase gehalten, und er soll daran riechen. Gemessen werden die Identifikation und die Diskrimination der verschiedenen Gerüche. Der Geruchstest gibt Aufschluss über das Ausmaß der Riechstörung.
Es werden drei Ausmaße von Riechstörungen unterschieden:

  • Normosmie (es liegt keine Riechstörung vor)
  • Hyposmie (das Geruchsvermögen ist eingeschränkt)
  • Anosmie (Ausfall des Geruchssinns)

Allergologische Diagnostik

Da viele Allergien Symptome im Bereich der oberen Atemwege aufweisen, ist die Diagnostik und Therapie dieser ein weiterer Schwerpunkt der HNO-Klinik.

Prick-Test

Prick-Test

Der Prick-Test ist eines der häufigsten Testverfahren, um eine Allergie zu diagnostizieren. Ziel des Tests ist es herauszufinden, auf welche Substanzen (Allergene) der Patient reagiert. Hierfür werden verschiedene Allergenextrakte (z.B. Pollen, Tierhaare, verschiedene Nahrungsmittel) in Tropfenform auf den Unterarm gegeben und mit einer kleinen Nadel oder Lanzette oberflächlich in die Haut eingestochen. Nach ca. 15-20 Minuten tritt - bei allergischer Reaktion auf das jeweilige Allergen - an dieser Stelle eine kleine, eventuell juckende Quaddel (ähnlich eines Insektenstiches) auf.

Prick-Test am Unterarm
Prick-Test am Unterarm