Operatives Spektrum

Das Spektrum der HNO-Klinik im Bereich des Ohres beinhaltet die Behandlung sämtlicher Erkrankungen des äußeren Ohres, des Mittel- und des Innenohres.

Zur leichteren Verständlichkeit und zur besseren Orientierung finden Sie unser operatives Behandlungsspektrum nach den jeweiligen funktionalen Teilen des Ohres aufgelistet.

Äußeres Ohr

Die Operationen am äußeren Ohr umfassen neben der kosmetischen Korrektur angeborener Fehl- und Missbildungen (z.B. abstehende Ohren) auch die Behandlung tumoröser Erkrankungen. Darüber hinaus werden - bei entsprechender Notwendigkeit (z.B. nicht angelegter Gehörgang) - knochenverankerte Hörgeräte (BAHA) implantiert.

Ohrmuschelkorrektur

Ohrmuschelkorrektur

Insbesondere bei angeborenen Fehlbildungen der Ohrmuschel („Segelohren") kann hier nach Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse eine Ohrmuschelkorrektur durchgeführt werden. Mittels Ritz- und Nahttechnik kommt es zu einer Anformung und Modellierung der Ohrmuschel. Der Eingriff dauert ungefähr 2 Stunden und erfolgt bei Kindern in Vollnarkose, bei Erwachsenen in örtlicher Betäubung. Nach dem Eingriff muss für eine Woche ein Kopfverband getragen werden.

BAHA-Implantation

BAHA-Implantation

Hörgeschädigte Patienten, die aus anatomischen (z.B. nicht angelegter Gehörgang) oder beruflichen (Gehörgang muss frei bleiben) Gründen kein Hörgerät tragen können, können von einem BAHA profitieren. Das BAHA ist ein knochenverankertes Hörgerät, das die Knochenleitung zum Hören ausnutzt.
In der Operation wird eine kleine Titanschraube hinter dem Ohr in den Knochen eingesetzt. In der folgenden Einheilungsphase gehen der Knochen und das Titan eine stabile Verbindung ein (Osseointegration). Danach kann mit Hilfe einer Schnappkupplung der Prozessor am Implantat befestigt werden.

Mittelohr

Bei den Operationen am Mittelohr handelt es sich in den meisten Fällen um Operationen, die der Verbesserung der Hörleistung dienen.

Trommelfellschnitt und Paukenröhrchen

Trommelfellschnitt und Paukenröhrchen

Bei Wassereinlagerungen hinter dem Trommelfell kann bei Erwachsenen in örtlicher Betäubung, bei Kindern in Vollnarkose ein Trommelfellschnitt (Parazentese) durchgeführt werden. Die Flüssigkeit wird abgesaugt und je nach Befund ein Paukenröhrchen (Platzhalter) eingesetzt.

Tympanoplastik

Tympanoplastik

Als Tympanoplastik bezeichnet man hörverbessernde oder ohrsanierende Eingriffe, wie z.B. Verschlüsse von Trommelfelldefekten bei chronischen Mittelohrentzündungen oder bei chronischen Knocheneiterungen (sanierend) mit z.B. Wiederaufbau der Gehörknöchelchenkette (hörverbessernd). Der Eingriff wird meistens in Vollnarkose durchgeführt, der stationäre Aufenthalt beträgt ungefähr eine Woche. Nach 4 bis 6 Wochen erfolgt eine ambulante Kontrolle in der Klinik. 

Stapesoperation

Stapesoperation

Bei dem Krankheitsbild der Otosklerose kommt es zu einer Verknöcherung der Gehörknöchelchen insbesondere im Bereich des Steigbügels. Dadurch kann der vom Trommelfell weitergegebene Schall nicht mehr auf das Innenohr übertragen werden und es kommt zu einer fortschreitenden Mittelohrschwerhörigkeit. Bei der Stapesoperation wird mittels Laser ein kleines Loch in die Fußplatte des Steigbügels gebohrt und dann eine winzige Titanprothese (0,4 x 4 mm) eingesetzt, die dann die Schallübertragung übernimmt. Der Eingriff wird meistens in örtlicher Betäubung durchgeführt, so dass der Patient gleich eine Hörverbesserung bemerkt und mitteilen kann und so die ideale Positionierung der Prothese möglich ist. Der Krankenhausaufenthalt dauert ca. 5 Tage.

Innenohr

Im Bereich des Innenohrs werden in unserer Klinik neben der Abdeckung von Perilymfisteln - diese können in Zusammenhang mit einer akuten Ertaubung und Schwindel auftreten - auch Innenohrhörprothesen (Cochlea Implantate) eingesetzt.

Cochlea Implantat (CI)

Cochlea Implantat (CI)

Bei sehr schwer hörgeschädigten und ertaubten Menschen ist die Innenohrfunktion stark beeinträchtigt oder ausgefalllen. Durch das Einbringen einer Elektrode mit verschiedenen Frequenzbereichen in die Hörschnecke kann der Hörnerv direkt stimuliert werden, und so können neue Höreindrücke gewonnen werden. Die Operation dauert ca. 2-3 Stunden und wird in Vollnarkose durchgeführt. Hinter dem Ohr muss dann ein Sprachprozessor getragen werden. Nach Abschluss der Wundheilung (ca. 5 Wochen) erfolgen dann in unserem Cochlear Implant Centrum Südwestfalen ein regelmäßiges Hörtraining und Anpassungen des Prozessors, so dass der Patient das neue Hören erlernen kann.

Patient mit Cochlea Implantat
Patient mit Cochlea Implantat