Verletzungschirurgie, rekonstruktive Chirurgie

Die Lidregion und das Auge sind Körperregionen, die bei vielen Unfällen häufig mit verletzt bzw. verletzt werden.

Verletzungen der Augapfelregion können verschiedene Strukturen betreffen. Dazu zählen die unterschiedlichen Schichten des Auges, die Lider, die Tränenwege, die Tränendrüse, die Augenmuskeln, die knöcherne Augenhöhle sowie das hinter dem Augapfel gelegene Gewebe einschließlich des Sehnerven. Oft ist eine nicht operative Behandlung bzw. eine einfache Wundversorgung ausreichend. In manchen Fällen ist jedoch eine operative Versorgung der Verletzung unumgänglich.

An unserer Klinik werden sowohl frische Verletzungen der Lider, der Tränenwege und auch des Augapfels operativ behandelt, als auch Spätfolgen, wie z. B. Lidfehlstellungen durch Vernarbungen oder das herabhängende Augenlid korrigiert.

Die Augenklinik verfügt über das gesamte Spektrum der Verletzungschirurgie am vorderen und hinteren Augenabschnitt sowie der Lider und der Tränenwege. Bei komplexen Verletzungen im Gesichtsbereich findet eine enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit mit benachbarten Fachgebieten (Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie, plastische Chirurgie etc.) statt.

Eviszeration/ Enukleation/ Exenteration

Eviszeration/ Enukleation/ Exenteration

(Entfernung des Augapfelinhalts/ des Auges/ des Augenhöhleninhalts)

Bei bestimmten Erkrankungen oder Verletzungen des Auges ist ein Erhalt des Augapfels nicht mehr möglich. In diesen Fällen müssen je nach Ausprägungsgrad der Schädigung, der Augapfelinhalt, das Auge selbst oder sogar der Inhalt der gesamten Augapfelhöhle entfernt werden.

Diese Operationen finden ihre Anwendung bei chronischen Erkrankungen des Auges, die zu Schrumpfungsprozessen und dauerhaften Schmerzzuständen des zu dem Zeitpunkt meist schon blinden Auges geführt haben, bei schwerwiegenden Verletzungen des Auges, bei denen das Auge nicht mehr erhalten werden kann, sowie bei bösartigen Tumoren im Bereich des Auges oder der Augapfelhöhle, die sich durch andere Methoden nicht behandeln lassen.

Bei der Evisceration oder auch evisceratio bulbi genannt, wird der Augapfel bzw. die Lederhaut in der Augenhöhle belassen und nur der Augapfelinhalt entfernt und durch eine Hydroxylapatitplombe (Korallenimplantat) ersetzt.Hierbei bleibt die Beweglichkeit der Augapfelstrukturen erhalten, so dass nach Anpassung, die Augenprothese im Vergleich zum gesunden Auge möglichst natürlich erscheint.

Unter Enukleation, auch enucleatio bulbi genannt, versteht man die Entfernung des Augapfels unter Erhalt der übrigen Strukturen der Augenhöhle, also unter Erhalt des hinter dem Augapfel befindlichen (retrobulbären) Bindegewebes, Fettgewebes und der Augenmuskeln. Hierbei wird das Auge, nachdem es von den 6 Augenmuskeln und vom Sehnerv abgetrennt wurde, aus der Augenhöhle entfernt und der Augapfel vom Augapfelinhalt befreit, so dass nur noch die weiße Hülle des Auges, die Lederhaut (Sklera), übrig bleibt. Anschließend wir die Lederhaut mit einer Hxdroxlapatitplombe (einem Korallenimplantat) aufgefüllt und verschlossen. Die mit dem Implantat aufgefüllte Lederhaut wird wieder in die Augenhöhle eingesetzt, die Augenmuskeln an die Lederhaut angenäht und die Bindehaut, die äußerste Augapfelhülle, darüber vernäht. Die Augenmuskeln erfüllen den Zweck, dass die später angepasste Augenprothese eine Beweglichkeit aufweist und dadurch ein möglichst natürlicher Aspekt der Augenprothese resultiert.

Die Exenteratio (exenteratio orbitae) beschreibt die Ausräumung der kompletten Augapfelhöhle. Hierbei wird also nicht nur das Auge selbst, sondern u.a. auch die Augenmuskeln sowie das hinter dem Auge befindliche Binde- und Fettgewebe entfernt. In schwerwiegenden Fällen müssen sogar Bestandteile der knöchernen Augapfelhöhle (Orbita) entnommen werden. Die Exenteratio findet ihre Anwendung hauptsächlich bei der Behandlung bösartiger Tumore im Bereich des Auges und der Augapfelhöhle.

Eine Augenprothese kann ungefähr vier bis sechs Wochen nach erfolgter Operation angepasst werden. Die Augenklinik Hagen hat sich mit ihrem Schwerpunkt rekonstruktive Chirurgie zur Aufgabe gemacht, den Patienten ein möglichst natürliches Erscheinungsbild zu bieten.

Die Entfernung des Auges stellt eine enorme psychische Belastung sowohl für den Patienten selbst als auch im Umgang mit seiner Umwelt dar.

Dank fortschrittlicher Operationsverfahren und enger Zusammenarbeit mit dem Augenprothetik-Institut Trester ist es uns möglich, dem Patienten ein zufriedenstellendes operatives und ästhetisches Ergebnis zu bieten.