Laser-/ Kryobehandlung der Netzhaut

Die so genannte Laser- oder Photokoagulation ist eine effektive Therapie-Methode bei bestimmten Krankheiten der Netzhaut. Sie ist seit langem als Routineverfahren bei der Behandlung diverser Netzhauterkrankungen etabliert. Ihre Anfänge fand sie 1949 in der Sonnenlichtkoagulation durch Gerhard Meyer-Schwickerath.

Man benutzt heute im klinischen Alltag meist den Argon-, Krypton- oder Farbstofflaser im Wellenbereich von 532 nm. Anwendungsgebiete der Laserbehandlung sind Netzhautlöcher und -degenerationen, Netzhautschädigungen durch Diabetes und Gefäßverschlüsse, die feuchte altersbedingte Makuladegeneration, die Frühgeborenen-Netzhauterkrankung (Retinopathia praematurorum) und andere Netzhautveränderungen.

Netzhautlöcher entstehen meist durch Glaskörperzug, d.h. durch Zug der Glaskörpergrenzmembran an der Netzhaut. Sofern nur ein Loch und noch keine wesentliche Netzhautablösung besteht, kann man mittels der Laserkoagulation die Lochränder bei anliegender Netzhaut mit dem Untergrund „verschweißen“ und so eine Flüssigkeitseinlagerung im Netzhautloch und damit die Ausbildung einer Netzhautablösung verhindern. Sicherheitshalber werden degenerative Areale als mögliche Lochvorstufen auch mit Laserherden abgesichert.

Jeder Laserherd ist eine Narbe auf der Netzhaut, so dass an dieser Stelle keine sehfähigen Zellen mehr vorhanden sind. Da die Laserherde jedoch außerhalb des Netzhautzentrums liegen und sehr klein sind, werden sie vom Patienten in aller Regel nicht bemerkt. Die panretinale Laserkoagulation, die ihre Anwendung bei diabetischen Netzhautveränderungen findet, kann aber zu einer Gesichtsfeldeinschränkung und Sehverschlechterung bei Dämmerung führen.

Da die Laserkoagulation durch Licht geschieht und unter Einblick des Augenarztes in das Auge, müssen Linse, Hornhaut und Glaskörper im Auge hinreichend klar sein und dürfen nicht getrübt sein. Bei Trübung einer der genannten Strukturen wie z.B. bei einer Katarakt (Grauer Star) oder bei dichten Glaskörperblutungen, hat der behandelnde Augenarzt keine freie Sicht auf die Netzhaut, so dass eine Lasertherapie nicht durchgeführt werden kann.

In einem solchen Fall wird die so genannte Kryokoagulation (Vereisung der Netzhaut) angewandt, bei der eine ca. -80 °C kalte Sonde unter lokaler Betäubung an das Auge gehalten wird. Bindehaut und Hornhaut tragen keinen Schaden davon, die Netzhaut hingegen wird genau wie bei der Laserkoagulation verödet und bildet erwünschte Narben an den betroffenen Stellen.