Katarakt-Chirurgie

(Grauer Star)

Die Linse liegt, wie die Abbildung (Abb. Normale Linse und Abb. Linse mit Grauem Star) verdeutlicht, im vorderen Bereich des Auges. Zusammen mit der Hornhaut bildet sie das "Hauptobjektiv der Kamera Auge". Die in das Auge einfallenden Bilder werden auf der Netzhaut (Film) scharf abgebildet. Der Sehnerv schließlich leitet - wie ein Kabel- das gesehene Bild zum Gehirn weiter.

Normalerweise ist die Linse völlig durchsichtig. Trübungen der Linse machen sich durch eine Herabsetzung der Sehschärfe bemerkbar. Bei einer vollständigen Eintrübung ist das Sehvermögen drastisch reduziert. In diesem Falle sprechen wir von einem Grauen Star.

In der Regel tritt der Graue Star überwiegend jenseits des 50. Lebensjahres auf. Jeder kann daran erkranken. Die Trübungen in der Linse entwickeln sich oft unabhängig voneinander an beiden Augen. Durch "Überanstrengungen" der Augen kann der Graue Star jedoch nicht verursacht werden! Ebenso wird durch Fernsehen oder Computerarbeit ein Fortschreiten der Erkrankung nicht beschleunigt.

Die Eintrübung der Linse dauert in der Regel, in einem langsam fortschreitenden Prozess, Monate und sogar Jahre. Ausnahme bildet der Graue Star, der angeboren ist oder durch Medikamente oder Verletzungen verursacht wird.

Die operative Behandlung - wie in unserer Klinik über 1500 Mal im Jahr durchgeführt- führt fast immer zu einer Verbesserung des Sehens. Voraussetzung ist jedoch eine intakte Netzhaut (=Film).

Linsentrübungen können schon zum Zeitpunkt der Geburt vorliegen. Entweder bei erblicher Veranlagung oder als Folge einer Virusinfektion der Mutter in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten (z.B. bei Röteln). Tritt der angeborene Graue Star einseitig auf, ist das meist auf eine Fehlbildung des Auges zurückzuführen. Diese Formen der angeborenen Linsentrübungen werden relativ spät entdeckt, da Säuglinge in den ersten Lebensmonaten ihre Augen überwiegend geschlossen halten. Den grauen Fleck in der Pupille bemerken die Eltern am ehesten bei Lichteinfall. Blendungsempfindlichkeit und Lichtscheue sind die ersten Anzeichen für krankhafte Augenveränderungen und sollten die Eltern veranlassen, einen Augenarzt aufzusuchen. Auch wenn ein Kind vom 5. Monat an beginnt, nach Gegenständen zu greifen oder wenn ein Augenzittern (Nystagmus) beobachtet wird, sollte dies gleichfalls ein Anlass für einen Augenarztbesuch sein.

Die häufigste Form der Linsentrübung ist der Graue Altersstar (=senile Katarakt). Die ersten Anzeichen für einen Grauen Star treten in der Regel jenseits des 60. Lebensjahres auf. Wann der Patient sie als Sehbeeinträchtigung wahrnimmt, hängt von der Lage und vom Ausmaß der Eintrübung ab. Zunächst kann sich sogar bei so genannten Linsenkerntrübungen vorübergehend eine Sehverbesserung beim Lesen einstellen. Im Laufe der Monate jedoch lässt dieses Phänomen nach und die Lesefähigkeit ist deutlich herabgesetzt.  

Weitere Merkmale sind eine zunehmende Licht- und Blendungsempfindlichkeit, die sich vor allen Dingen beim Führen eines Kraftfahrzeuges in abendlicher Dämmerung bemerkbar macht. Unter Umständen kann man auch ohne Lupe oder sonstige Untersuchungsgeräte einen Grauen Star im fortgeschrittenen Stadium erkennen. Bei seitlicher Beleuchtung zeigt sich eine grau-weißliche bis gelb-bräunliche Verfärbung der Linse.

Unabhängig von zahlreichen Augentropfen, deren Wirkung nicht bewiesen ist, besteht die Möglichkeit die Sehschärfe mit einer Operation des Grauen Stars zu verbessern. Dieser Eingriff wird bei uns in örtlicher Betäubung oder auch in Vollnarkose durchgeführt. Je nach Vor- oder Nebenerkrankungen und Alter des Patienten wird dieser Eingriff ambulant oder stationär (Aufenthalt zwei bis fünf Tage) durchgeführt. In über 90 % der Fälle tritt eine Verbesserung des Sehvermögens nach der Operation ein, sollten nicht noch weitere Faktoren bei der Verschlechterung der Sehschärfe eine Rolle spielen (Schädigung der Sehnerven, Netzhautbeschädigung). Die Operation beinhaltet die Entfernung der getrübten Linse über einen sehr kleinen Schnitt. Die Entfernung selbst erfolgt mittels hochfrequentem Ultraschall und einem Absaugsystem. Über den gleichen Schnitt wird eine Kunststofflinse (Intraokularlinse) wieder eingebracht. Die Kunststofflinse befindet sich an der ursprünglichen Stelle der getrübten Linse und hält lebenslang.