Glaskörperchirurgie (Vitrektomie)

Eine wichtige Basistechnik für viele Netzhautoperationen ist die Glaskörperentfernung (Vitrektomie). Der Glaskörper ist eine geleeartige Masse, der den Hohlraum zwischen Rückfläche der Linse und Netzhaut ausfüllt. Er ist für die Stabilität des Auges nicht zwingend erforderlich. Das Auge bildet selber das so genannte Kammerwasser, welches nach einer Entfernung des Glaskörpers, also nach einer Vitrektomie, den Glaskörperraum ausfüllt. Die optischen Eigenschaften des Kammerwassers und des Glaskörpers sind identisch.

Bei der Vitrektomie wird über drei kleine Zugänge (Flüssigkeitszulauf, Lichtleiter und Arbeitskanal) der Glaskörper mit feinen Instrumenten aus dem Auge entfernt.

Standardmäßig wird in der Augenklinik Hagen mit 23 Gauge Instrumenten ohne Bindehauteröffnung gearbeitet, die in der Regel eine nahtfreie Technik erlauben.

Bei schwierigen Netzhautsituationen kann der Glaskörper vorübergehend durch Silikonöle, Luft oder andere Gase mit verlängerter Verweildauer, ersetzt werden. Man spricht hier auch von so genannten Endotamponaden, die als Ersatz für den entnommenen Glaskörper fungieren. Durch eine Endotamponade wird die Netzhaut an die Unterlage gedrückt und Netzhautdefekte werden tamponiert, d.h. durch das Andrücken auf den Netzhautuntergrund von innen so abgedichtet, dass sich keine Flüssigkeit in den Netzhautdefekten sammeln kann und damit auch keine evtl. erneute Netzhautablösung entstehen kann.

Die Vitrektomie wird in der Regel unter stationären Bedingungen im Krankenhaus durchgeführt.

Bevorzugt wird in Allgemeinanästhesie, also in Vollnarkose, operiert. Falls es notwendig ist, werden bei der Operation auch Netzhaut verziehende Membranen wie z.B. bei Makulaforamen oder epiretinaler Gliose entfernt. Die Vitrektomie führt insbesondere beim älteren Menschen zu einer frühzeitigen Eintrübung der Linse im Sinne eines Grauen Stars (Katarakt). Aus diesem Grunde werden bei Menschen jenseits des 60. Lebensjahrs Vitrektomien häufig in Kombination mit einer Kataraktoperation durchgeführt.

Vitrektomien finden ihre Anwendung bei der Behandlung einer Netzhautablösung, eines Makulaforamens, eines Macula Pucker und einer Blutung bzw. die Sehwahrnehmung störender Trübungen im Glaskörperraum.