Orthoptik (Sehschule)

Der Augenklinik ist eine orthoptische Abteilung (Sehschule) angeschlossen. In der Sehschule untersucht und behandelt unsere Orthoptistin Frau Rohde in Zusammenarbeit mit den Augenärzten angeborene und erworbene Augenbewegungsstörungen (Schielen mit und ohne Doppelbilder, Augenzittern etc.), Sehschwächen und alle damit zusammenhängende Krankheitsbilder wie z.B. Augenmuskellähmungen.

Ursache des kindlichen bzw. angeborenen Schielens können Vererbung, Risikofaktoren während der Schwangerschaft und Geburt, Infektionskrankheiten, Brechungsfehler oder organische Veränderungen der Augen sein.

Das kindliche Schielen ist nicht nur ein Schönheitsfehler, sondern stellt auch eine Sehbehinderung dar.

Alarmzeichen für eine Schielstellung der Augen sind:

  • Schielen Vorbeigreifen an Gegenständen
  • häufiges Stolpern und Anstoßen
  • Zukneifen der Augen
  • Unlust am Lesen
  • Lesestörungen
  • Augenzittern (Nystagmus)
  • Schiefhalten des Kopfes
  • Angaben über Doppelbilder, Kopfschmerzen, Augenbrennen, und Verschwommensehen

Je früher das Schielen und die Sehschwäche bei Kindern entdeckt und behandelt werden, desto erfolgreicher können Dauerschäden vermieden werden. Auch eine Verbesserung des Sehens ist in manchen Fällen möglich.

Bei erworbenen bzw. neurologischen Augenmuskelstörungen, die zumeist erst im Erwachsenenalter auftreten, erfolgt in unserer Sehschule eine diagnostische Abklärung. Ggf. vorhandene Doppelbilder werden zum Beispiel durch die Gabe von Prismenbrillen oder die Durchführung einer Augenmuskeloperation therapiert.

Die genaue Klärung der Enstehungsursache der Augenmuskelstörung erfordert oftmals eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Augenarzt, Orthoptistin, Internisten, HNO-Arzt, Radiologen, Immunologen, Neurologen und Neurochirurgen.

Bei uns behandelt werden:

  • angeborene Schielstellungen, wie z. B. das frühkindliche Schielen, auch als Teilsymptom eines Syndroms
  • angeborenes oder erworbenes Augenzittern (Nystagmus)
  • verdecktes (latentes) Schielen mit Beschwerden wie Kopf- oder Augenschmerzen sowie Doppelbildwahrnehmung (asthenopische Beschwerden)
  • augenbedingte Kopfschiefhaltungen (okulärer Torticollis)
  • erworbene Augenmuskelstörungen bzw. neurologisch bedingte Augenmuskelstörungen, die in der Regel mit Doppelbildwahrnehmung einhergehen.Diese werden z. B. hervorgerufen durch:
  • Erkrankungen oder Verletzungen der Augenhöhle (Orbita)
  • z. B. nach Frakturen (Knochenbrüche) oder durch Tumore
  • Entzündungen der Augenmuskeln oder des Augenhöhlenbindegewebes, z.B. bei Schilddrüsenerkrankungen oder rheumatischen Erkrankungen
  • Erkrankungen der Hirnnerven, die für die Funktionen der Augenmuskeln verantwortlich sind, z. B. bedingt durch Durchblutungsstörungen bei Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Gefäßverschlüssen, Schädel-Hirn-Traumata, erhöhtem Hirndruck mit Kompression eines Nerven durch Tumor oder Blutungen  

Zu den Aufgaben der Orthoptistin gehört die Untersuchung des Schielwinkels und der Zusammenarbeit beider Augen. Sie führt bei der Notwendigkeit einer Schieloperation die Voruntersuchungen und Behandlungen durch. Auch nach der Operation sind regelmäßige Kontrollen, zum Teil auch Behandlungen, in der orthoptischen Abteilung erforderlich, weil ein Rückfall in den Schielwinkel und in die Sehschwäche ggf. möglich ist.

Sehschule
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